Was man mit dem Firmenhandy darf – und was nicht

In Österreich besitzt rund jeder fünfte Arbeitnehmer ein Diensthandy. Natürlich treten Fragen auf, wenn der Chef dem Angestellten ein Diensthandy zur Verfügung stellt. Darf man auch private Telefongespräche führen? Darf der Chef den Inhalt des Smartphones – etwa Kurznachrichten oder Apps – überprüfen? Wichtig ist, dass schon im Vorfeld Vereinbarungen getroffen werden, an die sich der Arbeitnehmer natürlich halten muss. Wurde etwa der private Gebrauch untersagt, so darf der Arbeitgeber auch jederzeit überprüfen, ob sich der Angestellte auch daran hält. Michael Eckert, Arbeitsrechtler, weiß, dass der Chef auch „Verbindungsnachweise, den E-Mail-Verkehr und besuchte Internetseiten“ überprüfen darf, wenn im Vorfeld der private Gebrauch verboten wurde. Darf der Mitarbeiter das Diensthandy privat nutzen, so darf der Arbeitgeber keine Überprüfung durchführen.

Das Diensthandy – Fluch oder Segen?

Immer wieder kommt es zu Streitigkeiten, wenn der Angestellte mit dem Diensthandy telefoniert, am anderen Ende jedoch nicht der Geschäftspartner ist, sondern die Partnerin, die gerade wissen möchte, wann sie das Abendessen zubereiten soll. Um etwaige Diskussionen zu vermeiden, sollten die Regeln, die der Arbeitgeber vorgibt, schriftlich festgehalten werden. Wird die private Nutzung also schriftlich verboten, wobei sich der Angestellte nicht daran hält und immer wieder mit der Freundin telefoniert, so hat dieses Verhalten natürlich Konsequenzen. Einerseits droht dem Arbeitnehmer eine Abmahnung, andererseits kann er sogar gekündigt werden. Ein Gericht hat schon einmal gegen einen Arbeitnehmer entschieden, der sein Diensthandy im Urlaub nutzte und mehr als 100 private Gespräche führte. Diese Gespräche kosteten dem Arbeitnehmer in weiterer Folge auch den Job.

Problematisch wird es auch, wenn die Privatgespräche, die mitunter untersagt wurden, innerhalb der Arbeitszeit geführt werden. Das sind nämlich – ganz streng genommen – gleich zwei Verstöße: Der Arbeitnehmer nutzt das Diensthandy für private Gespräche und macht somit auch noch eine ungenehmigte Pause – auch private Beiträge auf Facebook und Twitter, die über das Diensthandy gepostet werden, können dem Angestellten zum Verhängnis werden. Natürlich sollte auch im Vorfeld besprochen werden, welche Apps genutzt werden dürfen. Erlaubt der Vorgesetzte die private Verwendung, so heißt das nicht, dass alle Apps oder Zusatzdienste installiert (oder gekündigt) werden dürfen. Auch WhatsApp, der beliebte Messenger-Dienst, ist nicht automatisch erlaubt, wenn das Diensthandy auch privat genutzt werden darf. WhatsApp leitet nämlich die Nummern aller gespeicherten Kontakte direkt an das Unternehmen weiter. Das heißt, dass hier ein Rechtsverstoß vorliegt – der Arbeitnehmer kann also abgemahnt werden, da er gegen den Datenschutz verstößt. Er müsste, um WhatsApp auf dem Diensthandy nutzen zu können, im Vorfeld die Einverständniserklärungen aller im Telefonbuch gespeicherten Kontakte einholen.

Kann das Diensthandy auch abgelehnt werden?

Wer nun der Meinung ist, dass er gar kein Diensthandy möchte, der kann dieses nicht einfach so ablehnen. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass der Arbeitnehmer das Diensthandy nutzt, sodass er auch dann erreichbar ist, wenn er bei einem Kundentermin ist. In der Mittagspause oder nach der Arbeit kann das Diensthandy dann abgeschaltet werden. Doch während sich viele Arbeitnehmer ärgern, weil sie ein Diensthandy bekommen haben, da sie nun zahlreiche Regeln und Vorschriften beachten müssen, sind viele Arbeitnehmer wiederum enttäuscht, weil ihnen kein Diensthandy zur Verfügung gestellt wurde. Fakt ist, dass kein Anspruch besteht. Hat Kollege XY ein Diensthandy, so muss Kollege AB nicht ebenfalls ein Diensthandy bekommen. Am Ende entscheidet noch immer der Vorgesetzte, wer ein Diensthandy bekommt und wer mit seinem privaten Telefon erreichbar sein muss.

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