Ein historischer Beschluss des Europarates!
Am Abend des 29. Januar 2026 ereignete sich in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates ein Ereignis, das die Schlagzeilen in ganz Europa bestimmt: Die Forderung nach einem Verbot aller Konversionstherapien wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen. Dieser Beschluss könnte weitreichende Konsequenzen für die LGBTIQ+ Gemeinschaft und die Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten haben.
Was sind Konversionstherapien?
Konversionstherapien, auch als ‚Umpolungstherapien‘ bekannt, sind pseudowissenschaftliche Praktiken, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität einer Person zu ändern. Diese Methoden basieren auf der falschen Annahme, dass Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit ‚geheilt‘ werden können. Diese Praktiken sind nicht nur wirkungslos, sondern auch extrem schädlich. Sie führen oft zu psychischen Belastungen wie Depressionen, Angstzuständen und erhöhten Suizidraten.
Der Europarat: Ein kurzer Überblick
Der Europarat, gegründet 1949, ist eine der ältesten politischen Institutionen Europas. Er setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein. Die Parlamentarische Versammlung, die sich aus Abgeordneten der Mitgliedsstaaten zusammensetzt, spielt eine zentrale Rolle bei der Formulierung von Empfehlungen und Resolutionen. Die Entscheidung, Konversionstherapien zu verbieten, ist ein bedeutender Schritt in Richtung eines umfassenderen Schutzes der Menschenrechte.
Die Abstimmung: Ein Blick hinter die Kulissen
Die Resolution wurde nicht nur von progressiven Kräften unterstützt, sondern erhielt auch Zustimmung aus konservativen Lagern. Dies zeigt, dass die Anerkennung der Gefährlichkeit von Konversionstherapien parteiübergreifend ist. Mario Lindner, Sprecher der SPÖ für LGBTIQ+ Angelegenheiten, betonte, dass es hier nicht um Ideologie gehe, sondern um das fundamentale Recht auf ein selbstbestimmtes und gesundes Leben.
Österreichs Rolle und Reaktion
In Österreich ist das Thema Konversionstherapie bereits seit einigen Jahren im Gespräch. Die SPÖ hat sich seit langem für ein Verbot dieser Praktiken eingesetzt. Die aktuelle Regierungskoalition hat dieses Thema in ihr Programm aufgenommen, aber konkrete gesetzliche Schritte blieben bisher aus. Die Entscheidung des Europarates könnte nun als Katalysator für eine schnellere Umsetzung eines Verbots in Österreich dienen.
SPÖ-Sprecher Lindner betont: „Diese Entscheidung des Europarates gibt uns den Rückenwind, den wir brauchen, um endlich konkrete Maßnahmen in Österreich zu ergreifen.“
Internationale Vergleiche: Wer hat bereits gehandelt?
Verschiedene Länder weltweit haben bereits Schritte unternommen, um Konversionstherapien zu verbieten. In Deutschland wurde ein solches Verbot im Jahr 2020 verabschiedet, das jedoch nur für Minderjährige gilt. In den USA haben bereits 20 Bundesstaaten Gesetze erlassen, die solche Praktiken einschränken oder verbieten. Diese internationalen Beispiele zeigen, dass ein umfassendes Verbot machbar und notwendig ist.
Die Auswirkungen auf die Gesellschaft
Ein Verbot von Konversionstherapien könnte weitreichende positive Effekte auf die betroffenen Gemeinschaften haben. Es würde nicht nur die psychische Gesundheit von LGBTIQ+ Personen schützen, sondern auch ein starkes Signal gegen Diskriminierung und für die Akzeptanz von Vielfalt senden. Experten sind sich einig, dass die Anerkennung und Unterstützung der Identität von LGBTIQ+ Menschen entscheidend für deren Wohlbefinden ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Verabschiedung dieser Resolution ist ein wichtiger Schritt, aber es bleibt noch viel zu tun. Die Mitgliedsstaaten des Europarates müssen die Empfehlungen umsetzen und konkrete Gesetze erlassen. In Österreich könnte dies bedeuten, dass das Thema in den kommenden Monaten verstärkt auf die politische Agenda kommt.
Der gesellschaftliche Diskurs über LGBTIQ+ Rechte und die Akzeptanz von Vielfalt wird weitergehen. Die Entscheidung des Europarates könnte als Meilenstein in der europäischen Geschichte der Menschenrechte angesehen werden.
Fazit: Ein Sieg für die Menschenrechte
Die Entscheidung des Europarates, ein Verbot von Konversionstherapien zu fordern, ist ein bedeutender Erfolg für die LGBTIQ+ Gemeinschaft und ein wichtiger Schritt in Richtung eines menschlicheren Europas. Es liegt nun an den einzelnen Staaten, diese Forderung in die Tat umzusetzen und ein starkes Zeichen für die Menschenrechte zu setzen.