Wien im Reparaturfieber: Jugendliche als neue Helden der Nachhaltigkeit
Am 17. Dezember 2025 wurde Wien Schauplatz einer bemerkenswerten Anerkennung in der Welt der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Projekt ‚Jugend-Reparatur-Kultur‘, eine innovative Zusammenarbeit zwischen dem Verein Wiener Jugendzentren, DIE UMWELTBERATUNG und dem Reparaturnetzwerk Wien, erreichte den zweiten Platz bei der prestigeträchtigen BNE-Auszeichnung. Doch was steckt hinter diesem Erfolg und warum begeistert es die Massen? Wir tauchen tief in die Welt der jungen Tüftler ein.
Was ist die BNE-Auszeichnung?
Die BNE-Auszeichnung steht für ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘. Diese Auszeichnung würdigt Projekte, die Bildung mit Nachhaltigkeit verknüpfen und dadurch zum Umweltschutz und zur gesellschaftlichen Verantwortung beitragen. In einer Welt, in der Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, sind solche Initiativen von unschätzbarem Wert.
Reparieren statt Wegwerfen: Die Philosophie hinter dem Projekt
Das Herzstück des Projekts ‚Jugend-Reparatur-Kultur‘ sind niederschwellige Workshops, die Jugendlichen praktische Fähigkeiten vermitteln. Diese Workshops sind so konzipiert, dass sie für alle zugänglich sind, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund. Die Teilnehmer lernen, Fahrräder zu reparieren, Spielekonsolen zu warten und sogar Computer zusammenzubauen. Ein Praxisbericht zu diesen Workshops ist auf der Website der UMWELTBERATUNG verfügbar.
- Fahrräder instand setzen
- Controller für Spielekonsolen reparieren
- Handys warten
- Computer zusammenbauen
Ein Projekt mit sozialem und ökologischem Mehrwert
Christian Holzhacker, pädagogischer Leiter des Vereins Wiener Jugendzentren, erklärt: ‚Die Jugendlichen bekommen in den Workshops das Know-how, um einfache Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchzuführen. Sie erlernen praktische Fähigkeiten, sparen Geld und können auch im Familien- und Freundeskreis weiterhelfen.‘ Diese Fähigkeiten sind nicht nur für die Teilnehmer von Vorteil, sondern sie leisten auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz, indem sie Abfall reduzieren und Ressourcen sparen.
Die Erfolgsgeschichte: Von der Idee zur Umsetzung
Die ersten Workshops wurden 2024 in den Jugendzentren Hirschstetten und Seestadt durchgeführt. Aufgrund des großen Erfolgs wurden die Aktivitäten im Jahr 2025 auf sechs Jugendzentren ausgeweitet. Insgesamt fanden 72 Workshops statt, in denen nicht nur Fahrräder und Elektronikgeräte repariert, sondern auch gespendete Laptops von der Firma TechLine wieder funktionsfähig gemacht wurden. Diese Laptops stehen nun den Jugendlichen zur Verfügung und ermöglichen digitale Teilhabe.
Ein Blick auf die Zahlen
Die positiven Auswirkungen des Projekts sind beeindruckend:
- Niederschwelliger Zugang zu Reparatur-Know-how
- Vermeidung von Abfällen und Einsparung von Rohstoffen
- Kosteneinsparungen durch Reparaturen
- Klimafreundliche Mobilität durch reparierte Fahrräder
- Digitale Teilhabe durch funktionstüchtige Laptops
Markus Piringer, Experte für Kreislaufwirtschaft von DIE UMWELTBERATUNG, betont: ‚Das Reparieren spart Abfall und auch Ressourcen, die für die Herstellung neuer Produkte notwendig wären. Die Jugendlichen leisten also auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.‘
Der Weg in die Zukunft: Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Erfolg
Obwohl das Projekt Ende 2025 ausläuft, planen die Wiener Jugendzentren, die Reparatur-Aktivitäten fortzusetzen. Die Kooperation mit dem Reparaturnetzwerk und DIE UMWELTBERATUNG hat gezeigt, dass solche Projekte nicht nur möglich, sondern auch nachhaltig erfolgreich sein können. Die Abfallvermeidungs-Förderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen hat das Projekt finanziell unterstützt und wird wohl auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
Expertenmeinungen und Zukunftsvisionen
Ein fiktiver Experte für nachhaltige Bildung, Dr. Max Grünwald, meint: ‚Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie Bildung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Es zeigt, dass wir durch praktische Bildung nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch einen direkten Einfluss auf die Umwelt ausüben können.‘
Die Vision für die Zukunft ist klar: Mehr solcher Projekte, die Nachhaltigkeit und Bildung vereinen, um eine bessere Welt für die kommenden Generationen zu schaffen.
Ein Vorbild für andere Bundesländer
Der Erfolg des Projekts in Wien könnte als Vorbild für andere Bundesländer dienen. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit in aller Munde ist, könnten ähnliche Initiativen auch in anderen Städten und Regionen initiiert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bildung, Umweltschutz und soziale Integration in einem.
Die Stadt Wien hat mit diesem Projekt einen Meilenstein gesetzt und zeigt, wie durchdachte Bildungsprojekte nicht nur die Jugend, sondern die gesamte Gesellschaft positiv beeinflussen können.